Dossier Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrikanischer Herkunft AFROTAK TV cyberNomads Publications

Dossier Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika
Dossier Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika

1. Einleitung Dossier
Diese Studie ist im Auftrag der Serviceagentur Nachqualifizierung Berlin SANQ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Europäischen Union (EU) entstanden. Ihr Ziel ist es, Folgendes zu darzustellen:

– eine Beschreibung unterschiedlicher Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin
– eine Beschreibung der Arbeitsmarktsituation für Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin
– eine Identifikation und Beschreibung der Barrieren, mit welchen Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert sind sowie eine Analyse von Handlungsweisen, die der Überwindung dieser Barrieren dienen sollen
– Beschreibung möglicher Orte um Zugänge zu Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin zu finden
– eine Identifikation und Bewertung der Bedarfe für Nachqualifizierung für Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin mit dem Ziel der Arbeitsmarktintegration
– einen vertieften Einblick dahingehend, welche Erwartungen Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin in Bezug auf Ihre Nachqualifizierung und bezüglich ihrer Arbeitsmarktintegration selbst äußern

Teil 2 des Dossiers beschreibt die Herausforderungen, mit welchen Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt konfrontiert sind und reisst die verschiedenen Aspekte der Problematik diese Zielgruppe zu erfassen an. Trotz der teilweisen recht hohen, praktischen und akademischen Qualifikationen finden Afrikaner häufig keinen Arbeitsplatz, der Ihren Fähigkeiten entspricht. Diese Situation zu verbessern soll mit gezielten Nachqualifizierungsaktivitäten erreicht werden. Um mögliche passgenaue Nachqualifizierungsangebote erarbeiten zu können ist es erforderlich die Qualifizierungsbedarfe von Menschen mit Afrikanischem Hintergrund zu evaluieren (einzugrenzen).
In Teil 3 wird unter den Gesichtspunkten externer und interner Integrationshemmnisse am Beispiel von fünf ausgesuchten afrikanische Herkunftsländern die Biographie von jeweils männlichem oder weiblichen Multiplikator/Peer Leader, sowie ein weiteres tiefergehendes Einzelgespräch vorgestellt, um die Problematiken der Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin konkret zu veranschaulichen. Die Frage, wie Minderheiten, Ihre Multiplikatoren und Peerleader die Arbeitsmarktsituation und die damit verbundenen Schwierigkeiten einschätzen wird häufig vernachlässigt. Um jdeoch nicht am Bedarf vorbeizuplanen ist gerade diese Frage von höchster Wichtigkeit für die Erfolgsaussichten von zu planenden Nachqualifizierungsmassnahmen.

Es gibt externe Barrieren, wie Diskriminierung, hohe Arbeitslosenraten, Mangel an Bildungschancen und restriktive Regelungen, die die soziale und wirtschaftliche Eingliederung erschweren, da diese nicht von den Individuen selbst beeinflusst werden können. Integration ethnischer Minderheiten beschreibt vor allem, wie die Experten und Vertreter der ethnischen Minderheit ihre Arbeitsmarktsituation und die Rolle der verschiedenen internen und externen Integrationsbarrieren selbst einschätzen. Dieser Aspekt wird häufig vernachlässigt, obwohl dies nicht geringer Bedeutung für Erfolgsaussichten einer integrationspolitischen Maßnahme ist, soll sie nicht als restriktive assimilative Massnahme der herschenden”Mehrheitsgesellschaft” zu kurz zielen und versanden.

Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika Einleitung
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Inhalt

1. Einleitung Dossier 3
2. Ansatz der Erhebung – Die Methodologischen Fragestellungen. 4
a. Einleitung in das Thema: Problemfeld Arbeitsmarkt 4
b. Einleitung in die Zielgruppendefinition im Kontext Statisticher Erhebung. 5
c. Besonderheit des Standortes Berlin in Bezug auf die Zielgruppe. 5

3. Methoden der Erhebung/ Recherche und Auswertung. 6
a. Deskriptive Statistiken zur Afrikanischen Diaspora in Berlin. 6
I. Statistiches Landesamt Berlin. 6
II. Bundesamt für Arbeit 8

b. Qualitative Zielgruppenbeschreibung der Afrikanischen Diaspora in Berlin durch Befragung. 9
I. Auswahl der Fokusgruppen/ Einleitung. 9
II. Beschreibung der Inhalte der Fragebögen. 10
III. Auswertung der Interviews mit Peerleadern und den Multiplikator_innen. 11-51

4. Fazit 52
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2. Ansatz der Erhebung – Die Methodologischen Fragestellungen
a. Einleitung in das Thema: Problemfeld Arbeitsmarkt

Trotz der teilweisen recht hohen, praktischen und akademischen Qualifikationen finden schwarze Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland häufig keinen Arbeitsplatz, der Ihren Fähigkeiten entspricht. Schwarze Menschen afrikanischer Herkunft sind in Deutschland und Berlin im ersten Arbeitsmarkt stark unterrepräsentiert. Der Menschenrechtsbericht der europäischen Kommission gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung konstatiert zusätzliche Probleme bei der Einstellung von schwarzen Afrikanern für Deutschland. Diese Menschen tragen häufig die Verantwortung für die in den Heimatsländer verbliebenen Angehörigen. Priorität ist daher Arbeit zu finden, unabhängig davon ob mitgebrachte Qualifikationen anerkannt werden, oder nicht. Die mitgebrachte Qualifikationen von Afrikaner werden in Deutschland oft eher nicht anerkannt.

Im Gegensatz dazu hat sich der Zugang von Migarantin/nen im allgemeinen zum deutschen Arbeitsmarkt durch die Auseinandersetzung der Mehrheitsgesellschaft mit den sozialen Umfeldern und Bedürfnissen zumindest verbessert. Die Implementierung neuer Maßnahmen auf, wie auf Migrantinnen zugeschnitten Nachqualifizierungen hat die Lage zumindest verbessert.

Insbesondere die Zielgruppe der People of Colour (POC) ist in den vergangenen Jahren vermehrt in den Blickpunkt gerückt. Die Zielgruppe der Menschen afrikanischer Herkunft wird ähnlich der Gruppe der Muslime von aufgeklärten Wissenschaftlern zunehmend zusätzlich zur Gruppe der People of Colour mit den ihr eigenen Dynamiken rezipiert. Denn auch die speziell für POC erarbeiteten Ansätze erreichen die Menschen afrikanischer Herkunft in zumindest in Berlin nicht. D.h.: Massnahmen zur Nachqualifizierung und Weiterbildung werden von der Afikanischen Diaspora nur ausgesprochen selten genutzt.

Daher strebt dieses Dossier die erstmalige Recherche, Erhebung und Evaluation der notwendigen Vorraussetzungen an und (Nach-) Qualifizierungsbedarfe von Menschen mit afrikanischem Hintergrund, die nicht an den Bedarfen vorbeizielen und somit auch dieser Zielgruppe den Zugang ermöglichen. Aber auch externe Hindernisse sollen hier erhoben und evaluiert werden, da beispielsweise Diskriminierung und andere soziale Parameter den potentiellen Zugang der Zielgruppe zum Arbeitsmarkt und zu Nachqualifizierungsmassnahemen zusätzlich erschweren können.

b. Einleitung in die Zielgruppendefinition im Kontext Statisticher Erhebung

In Deutschland werden aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit Erhebungen der statistichen Landesamter und Bundesämter ausschliesslich aufgrund bestehender nationaler Zugehörigkeiten erfasst, um rassistische Beschreibungen und Gruppenzuschreibungen zu vermeiden.

Dies bedeutet, das lediglich die Menschen afrikanischer Herkunft in den Statistiken gespiegelt sind, die einen Pass (Staatsbürgerschaft) aus Kontinental-Afrika besitzen. Auch wenn es sowohl Schwarze als auch weisse Afrikaner gibt, – so gehen wir von der Annahme aus, dass der Grossteil dieser Menschen Teil unserer Zielgruppe ist.

Nach einer Einbürgerung und der damit verbundenen Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft fällt auch diese Gruppe endgültig beispielsweise aus der für unsere Erhebung interessanten Berliner Landes-Statistik heraus.

Die globale afrikanische Diaspora und damit insbesondere Länder mit grossen Zahlen wie USA und Brasilien, aber auch Afro-Europäer mit Staatsbürgerschaften aus Ländern wie England und Frankreich werden nach Kriterien der Landeszugehörigkeit erfasst und in den Statistiken nicht als Menschen afrikanischer eingeordnet.

Zusätzlich fällt auch die gesamte Gruppe der Afro-Deutschen aus den Statistiken als Menschen afrikanischer Herkunft heraus, die als Nachgeborene des Zusammenschlusses mit weissen Deutschen die deutsche Staatsbürgerschaft per Geburt, oder per Antrag inne haben.

Eine quantitative Bestandsaufnahme der Menschen afrikanischer Herkunft mit dem Ziel die konstatierte Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt durch Planung geeigneter Massnahmen anzugehen steht also vor einem grundsätzlichem Problem mit immensem Ausmass. Die Gruppe der statistich nicht Erfassbaren”unsichtbar gemachten” Menschen der afrikanischen Diaspora kann letztlich grösser sein als die der”sichtbar” von der Statistik erfassten. Die Konsequenzen dieser Erkenntnis politisch und arbeitsmarktpolitisch umzusetzten ist nicht Fokus dieses Dossiers und bleibt Aufgabe der Politik.

c. Besonderheit des Standortes Berlin in Bezug auf die Zielgruppe

In Berlin lässt bildet sich auch heute noch oft die frühere Teilung der Stadt dadurch nachvollziehen, welche Gruppen von Menschen afrikanischer Herkunft präsent sind.

So erklärt Moctar Kamara, der Vorstandsvorsitzende des Afrika-Rates Berlin Brandenburg in einem Interview der Zeitschrift TIP: “Im Ostteil der Stadt lebten abgeschottete DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik und Angola. Und im Westteil der Stadt wohnten afrikanische Studenten und, ab etwa Anfang der 1980er Jahre, eine zunehmende Zahl an Flüchtlingen, deren Herkunftsländer jeweils die politischen Krisenorte des afrikanischen Kontinents reflektierten.” 1964, so ermittelte die Historikerin Paulette Reed-Anderson für ihre 1997 erschienene Publikation”Afrikaner in Berlin”, waren”519 Ausländer aus Afrika in Berlin (West) gemeldet”, 1988 waren im Westteil der Stadt bereits 6570 Afrikaner registriert und 1996, im wiedervereinten Berlin, verzeichneten die Meldebehörden 13.252 Ausländer aus Afrika in Berlin.”Inzwischen leben hier über 17.000 Afrikaner, plus deren meist deutsche Kinder sowie den Afrikanern, die sich zwischenzeitlich haben einbürgern lassen”, sagt Moctar Kamara. Insgesamt schätzt er die Zahl afrikastämmiger Menschen in Berlin auf rund 35.000.

Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika METHODE
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3. Methoden der Erhebung/ Recherche und Auswertung
a. Deskriptive Statistiken zur Afrikanischen Diaspora in Berlin
I. Statistiches Landesamt Berlin

Melderechtlich gemeldete Menschen Afrikanischer Herkunft (Stand 2009)
In Berlin waren im Dezember 2009 laut Amt für Statistik insgesamt 13,8 % der ausländischen gemeldeten Einwohner afrikanischer Herkunft.

Das entspricht einer absoluten Zahl von 63505.

Melderechtlich Registrierte ausländische Einwohner afrikanischer Herkunft am Ort der
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Hauptwohnung in Berlin am 31. Dezember 2009

Insgesamt 100% 460187

Davon Afrikanische Staaten 13,8% 63505,806

Region
Anteilig
Absolut

Nordafrika
5,1
23469,537

Westafrika
4,6
21168,602

Zentralafrika
2,4
11044,488

Ostafrika
1,8
8283,366

Südliches Afrika
1,7
7823,179

Afrikanische Staaten Insgesamt
13,8
63505,806
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II. Bundesamt für Arbeit
Arbeitslos gemeldeten Menschen Afrikanischer Herkunft in Berlin (Stand 2010)

Gesamt Zahl Arbeitslose ausländischer Nationalitäten 218697

Gesamt Zahl Arbeitslose Afrika
2582

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Der Gruppe der Afrikaner_innen aus Nord-, und Westafrika ist mit 5,1% und 4,6% am stärksten vertreten. Erwartungsgemäss sind Afrikanerinnen aus Ländern dieser Regionen daher auch in der Arbeitslosenstatistik entsprechend vertreten.

Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika QUALITATIVE BEFRAGUN
Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika QUALITATIVE BEFRAGUN

b. Qualitative Zielgruppenbeschreibung der Afrikanischen Diaspora in Berlin durch Befragung
I. Auswahl der Fokusgruppen/ Einleitung

Ziel dieses Dossier (Recherche) ist es unterschiedliche Zielgruppen zu definieren, um mögliche Lösungsansätze anzubieten.
Da eine umfassende Befragung im Rahmen dieser Recherche durch unsere Resourccen bedingt a priori begrenzt war haben wir vorab den zu befragenden Personenkreis aufgrund mangelnder Datenlage auf 5 Hauptgruppen (Länder) eingeschränkt, um die berufliche Qualifikation an ausgesuchten Teilen der Zielgruppe auswerten zu können.

Wir haben uns gegen eine Auswahl der zu befragenden Zielgruppe ausschliesslich anhand der quantitativen Grösse nationaler Gruppen von Afrikaner_innen in Deutschland entschieden. Die Auswahl der Herkunftsländer wurde im Rahmen der folgenden Kriterien auf fünf ausländische Nationalitäten afrikanischer Herkunft in Berlin beschränkt, die
a) laut Arbeitslosenstatistik des Arbeitsamtes Berlin in dieser Statistik quantitativ stark vertretenen sind (Nigeria)
b) aufgrund historischer Bezüge zu Deutschland (wie etwa Kolonialgeschichte, oder Nachkriegsgeschichteder DDR) einen nachvollziehbaren (sprachlich/kulturellen) Bezug zu Deutschland haben. Auch Mozambik und Angola wären, insbesondere aufgrund der besonderen Verbindungen der DDR zu “sozialistichen Bruderstaaten”, von hohem Interesse gewesen. Der Kontakt zu dieser Gruppe konnte nicht in ausreichendem Maaße so kurzfristig hergestellt werden. (Gambia, Ghana, Kamerun, Togo)
Unsere Befragung richtete sich daher an Verteterinnnen der folgenden Nationalitäten:

  • Gambia
  • Ghana
  • Kamerun
  • Nigeria
  • Togo

Als Vertreter_innen dieser Nationalitäten haben wir jeweils 6 Personen nach folgendem Schlüssel befragt:
• 1 Peerleader/in pro Land – Allgemeine Befragung per Fragebogen (Vereinsgründer:innen, Elders), um den Zugang zur Zielgruppe möglicher zu machen. Langfristig sollten die Multiplikatoren auch als potentielle Vermittler zwischen Afrikanischer Community, Migrantenorganisationen und weissen Mainstream eingesetzt werden können.
• 1 Multiplikator/in pro Land – Allgemeine Befragung per Fragebogen plus tiefergehendes Gespräch zu Biographie, Arbeits-Historie, sozialen Netzwerken und Wünschen
• 4 Personen pro Land – Allgemeine Befragung per Fragebogen

II. Beschreibung der Inhalte der Fragebögen
Die Fragebögen wurden entwickelt um die fogenden Fragekomplexe zu untersuchen:

Welche Einstufung erfahren Afrikaner in Bezug auf mitgebrachte Qualifikation
Anpassung der Qualifikations- Niveaus
Welche Qualifizierungen gelten in Deutschland für Afrikaner
Umfang der fehlenden Anerkennung der Qualifikation
Datenschutz und Betreuung Welche Beratung ist nötig
Informationswege – Wo sind die Afrikaner Wie erreicht man Sie?
Sprachförderung – Wie ist der Stand
Welche X,Y Länder sind ohne Qualifikation haben einen Nachqualifizierungsbedarf
Das Muster der Fragebögen in voller Länge ist im Anhang einzusehen.

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Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika FAZIT
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4. Fazit

Teil 01 beschreibt die mangelnde Integration von Menschen Afrikanischer Herkunft im deutschen Arbeitsmarkt und bei Nachqualifizierungsmassnahmen und damit den Kontext, die Ziele und die Gründe für die Erstellung dieses Dossiers, das im Auftrag der Serviceagentur Nachqualifizierung Berlin SANQ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Europäischen Union (EU) entstanden ist.

Teil 2 beschreibt die Lücken der statistichen Erfassung Menschen Afrikanischer Herkunft in Deutschland und liefert mit dem Aufweis einer mangelhaften Datenlage zu dieser Zielgruppe einen weiteren Grund für die Erstellung dieses Dossiers. Weiterhin werden die existierenden Daten ausgewertet im Kontext einer allgemeinen Beschreibung der absoluten Grössenordnung dieser Zielgruppe und insbesondere der Grössenordnung des Anteils von Menschen Afrikanischer Herkunft an der Gruppe der in Berlin arbeitslos gemeldeten. Insgesamt wird deutlich, dass lediglich ein Bruchteil der Menschen Afrikanischer Herkunft durch die deutsche Herangehensweise an Statistik überhaupt erfasst wird und die Zielgruppe weitaus grösser ist.

Teil 03 beschreibt die Kriterien nach denen die Interviewpartner_innen ausgewählt wurden. U nter den Gesichtspunkten externer und interner Integrationshemmnisse am Beispiel der fünf ausgesuchten afrikanischen Herkunftsländern die Biographie von männlichem und weiblichen Multiplikator_innen und Peer- Leader_inneen anhand eines tiefergehenden Einzelgespräches vorgestellt. Dies soll die konkreten Problematiken und Bedarfe der Zielgruppen afrikanischer Herkunft in Berlin i n B e z u g a u f d e n A r b e i t s m a r k t u n d N a c h q u a l i f i z i e r u n g s m a s s n a h m e n v eranschaulichen. Die Frage, wie Minderheiten, Ihre Multiplikatoren und Peerleader die Arbeitsmarktsituation und die damit verbundenen Schwierigkeiten einschätzen wird in der Planung von Massnahmen häufig vernachlässigt. Um jdeoch nicht am Bedarf vorbeizuplanen ist gerade diese Frage von höchster Wichtigkeit für die Erfolgsaussichten zukünftiger spezifischer auf die Zielgruppe zugeschnittener Massnahmen.
Das Interviews in diesem Dossier veranschaulichen konkrete Antworten zu den folgenden Fragestellungen, zu denen hier abschliessend noch einmal zusammenfassend aus unserer Sicht Stellung genommen wird.

Welche Einstufung erfahren Afrikaner in Bezug auf mitgebrachte Qualifikation? Welche Qualifizierungen gelten in Deutschland für Afrikaner? Umfang der fehlenden Anerkennung der Qualifikation? Anpassung der Qualifikations- Niveaus?
Die mitgebrachten Qualifikationen von Afrikaner_innen werden in Deutschland überwiegend nicht anerkannt. Dies lässt sich durchgängig feststellen von handwerkliche Fachberufen, über qualifizierte Büroberufe bis hin zu akademischen Ausbildungen und Studien und auch unabhängig von der mitgebrachten Erfahrung im Berufsleben in Afrika. Der überaus grösste Teil der Befragten musste in Deutschland wieder bei Null anfangen. Ausnahmen scheinen hier nur die Regel zu bestätigen.
Menschen Afrikanischer Herkunft tragen häufig die Verantwortung für die in den Heimatsländer verbliebenen Angehörigen. Priorität ist für sie daher Arbeit zu finden, unabhängig davon ob mitgebrachte Qualifikationen anerkannt werden, oder nicht. Ausserdem

ist durch die”Normalität” von Diskriminierungen auch ein erhöhter Druck festzustellen, der dazu führt, daß tendenziell jede angebotene Arbeit angenommen wird. Den Betroffenen ist schon bewusst ausgebeutet zu werden. Es mangelt aber an Alternativen.

In Bezug auf Qualifizierungsmassnahmen lässt sich die Notwendigkeit feststellen, Trainer_innen aus der Zielgruppe der Afrikanischen Diaspora als Mediatoren zu wählen. Neben der fachlichen Qualifizierung sollten die Trainer_innen zusätzlich in Antirassismustrainings geschult werden. Es bietet sich an auf die Multiplikator_innen und Peerleader_innen zurück zu greifen, die schon jetzt meisst ehrenamtlich die Community beraten und unterstützen. Sie können, da sie die Bedürnisse und sozialen Netzwerke kennen auf starke Soft-Skills zurückgreifen und finden einfacher das Vertrauen der Betroffenen.

Datenschutz und Betreuung. Welche Beratung ist nötig?

Trotz der teilweisen recht hohen, praktischen und akademischen Qualifikationen finden Afrikaner häufig keinen Arbeitsplatz, der Ihren Fähigkeiten entspricht. Diese Situation zu verbessern soll mit gezielten Nachqualifizierungsaktivitäten erreicht werden. Um mögliche passgenaue Nachqualifizierungsangebote erarbeiten zu können wurden die Qualifizierungsbedarfe von Menschen mit Afrikanischem Hintergrund erfasst.

Einige der Befragten wünschen sich Beratung und Schulung in Hinblick auf Bewerbungsgespräche. Viele lassen durchblicken, dass Sie sich bei Bewerbungen grundsätzlich diskriminiert sehen. Die gewünschten Bewerbungsschulungen wurden bei Nachfragen oft auch als”Hinweise” darauf spezifiziert, wie effektiv mit den Diskriminierungen umgegangen werden kann, um potentielle Arbeitsplätze dennoch zu bekommen.

Die Afrikanische Diaspora ist aufgrund erhöhter Diskriminierungen durch Ämter und Behörden extrem sensibel gegenüber der Weitergabe von persönlichen Daten. In Verlauf der Interviews mussten wir eine Vielzahl von Interviews doppelt bis dreifach führen, da die Interviewten uns im Nachhinein mit der Bitte kontaktierten die Interviews nicht zu vewenden. Und dies obwohl immer ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, daß die Fragebögen nur anonymisiert weitergereicht werden.

Informationswege – Wo sind die Afrikaner Wie erreicht man Sie? Welche X,Y Länder sind ohne Qualifikation, oder haben einen Nachqualifizierungsbedarf

Es gibt externe Barrieren, wie Diskriminierung, hohe Arbeitslosenraten, Mangel an Bildungschancen und restriktive Regelungen, die die soziale und wirtschaftliche Eingliederung erschweren, da diese nicht von den Individuen selbst beeinflusst werden können. Afrikaner_innen werden häufig ausgegrenzt und haben sich daher eigene soziale Netzwerke aufgebaut, die das Überleben in einer weissen Umwelt, den Austausch über Arbeitsstellen, Hilfestellungen bei Ämtergängen und interne Weiterbildungen ermöglichen. In einer höheren Organisationsform sind auch Afrikanische Vereine und Kirchen Anlaufstellen für diese Bedarfe.

Den”Afrikaner”, oder die”Afrikaner_in” gibt es nicht. Die 53 Nationalitäten des Afrikanischen Kontinents haben daher über Netzwerke die für”alle” zugänglich sind hinaus auch immer eigene national orientierte Netzwerke. Eine Infrastruktur in der”alle” Menschen Afrikanischer Herkunft erreicht werden fehlt. Sie wäre auch ein effektives politisches Lobby-Instrument, um die Bedarfe der Afrikanischen Diaspora zu propagieren.

Im Rahmen der Interviews haben wir keine Länderspezifischen Nachqualifizierungsbedarfe feststellen können. Diese sind anscheinend eher individuel zu adressieren. Insgesamt aber lässt sich feststellen, das ein hoher Bedarf an digitalen Schulungen und digitaler Alphabetisierung vorhanden ist. Auch wenn ein grossteil der Interviewten den Computer nutzt und einzelne durchaus gute Fhigkeiten haben, so beschränkt sich das Wissen doch eher auf das Nutzen von E-Mails zwecks kostengünstiger Kommunikation.
Sprachförderung – Wie ist der Stand
Die Befragten haben zu einem grossen Teil Kenntnisse in mindestens zwei Sprachen. Abhängig von der Amtssprache im Afrikanischem Land Ihrer Herkunft sprechen Sie zumindest Französich, oder Englisch als internationale Sprache. Die Sprachkenntnisse in Deutsch scheinen entweder gut, oder schlecht zu sein. Dies scheint einen Aspekt der sozialen Herkunft und nicht der Schwierigkeit der deutschen Sprache wieder zu spiegeln. Wiederholt wurden wir darauf hingewiesen, dass die weissen Lehrer in Sprachschulen, oder VHS-Kursen “rassistische” Begriffe selbstverständlich nutzen und diese den Lernenden auch als”normal” vermitteln. Nur im Nachhinein, bei besserer Sprachkenntnis wurde dies von den Betroffenen dann aber auch erkannt. Viele der Interviewten wünschen sich die Möglichkeit die deutsche Sprache noch besser zu lernen, da dies Vorraussetzung ist, um in Deutschland voranzu kommen.

AFROTAK TV cyberNomads
Berlin, im Juni 2011

Arbeitsmarktintegration Afrikanische Diaspora Berlin Spezielle Weiterbildungs bzw Nachqualifizierungsbedarfe hinsichtlich Abschlussorientierter Nachqualifizierung für Zielgruppen Afrika ANHANG
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ANHANG
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